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Jagdreiten - Fotos bei Schleppjagden

 

Schleppjagden bieten eine Fülle an Gelegenheiten, um eindrucksvolle Fotos zu erhalten. In freier Natur bei unterschiedlichen Wetterbedingungen erfolgt ein friedlicher Wettstreit zwischen Hunden, Pferden und Reitern. Großartige Landschaften geben einen prächtigen Rahmen für das Ereignis.

Für Fotografen bietet sich eine Fülle an Motiven, an flüchtigen Momenten, die es bildlich festzuhalten gilt. Letztendlich ist die Fotografie bei Schleppjagden Sportfotografie mit hohen Ansprüchen.

Im Folgenden teile ich meine Erfahrungen mit, die ich in meiner Zeit mit der Frankenmeute seit 2011 gewonnen habe.

 

 

Der Anspruch

 

Mit einem Smartphone klappt es nicht! Obgleich die Hersteller von Smartphones mittlerweile erkannt haben, dass der Nutzer heute passable Fotos oder Videos mit dem Smartphone herstellen möchte, steht dem die Technik, i.e. der sehr kleine Sensor der Geräte, entgegen. Die Gesetze der Physik lassen sich nicht überlisten, mag auch mancher Handy-Besitzer noch so sehr von der Qualität seiner Bildchen überzeugt sein. Ein wünschenswertes Posterformat können diese Sensoren nicht hervorbringen. Die Auslöseverzögerung tut ein Übriges, dass ein Smartphone keine sehenswerten Fotos schafft.

Ganz zu schweigen von den verwackelten Videos, bei denen die Erde tanzt und hüpft, dass es sich noch nicht einmal mehr der noch so begeisterte Hobby-Kameramann anschauen mag.

Fotos und Videos mit dem Smartphone sind für den Betrachter eine Qual.

Also mit dem Smartphone geht es bei der Schleppjagd nicht!

 

Ein weiterer Punkt, warum es mit dem Smartphone nicht geht, ist der Anspruch an ein gutes, ausgearbeitetes Foto.

Dieser Anspruch besteht darin, dass die Fotos bearbeitet sein müssen. Ein stimmungsgerechter Weißabgleich,  ein bildgebender Kontrast, die Lichter und Tiefen, der gestalterische Beschnitt und die grundsätzliche Auswahl der Fotos können nur über eine nachträgliche Bildbearbeitung erreicht werden. Gelegentlich gelingt dies auf Anhieb schon bei der Aufnahme. Dies ist aber die Ausnahme.

Die oft gehörte Ansicht, man dürfe Fotos nicht bearbeiten, weil ihnen dann die Authentizität abgehe, ist ein Schmarrn! Ein Foto ist bereits der Ausschnitt aus der Wirklichkeit, eine Momentaufnahme unseres Lebens, unserer Umgebung.

Diese Diskussion ist so alt wie die bildende Kunst! Der Denker von Auguste Rodin sitzt seit einhundertfünfzig Jahren in der gleichen Position und Michelangelos Pieta schmachtet seit Jahrhunderten vor sich hin.

 

Wenn ich in den sozialen Medien veröffentlichte Schleppjagd-Fotos betrachte, fällt mir oft die Lieblosigkeit auf, mit der diese Fotos entstanden sind. Sie dann noch in den sozialen Medien zu veröffentlichen, grenzt schon an Verhöhnung der angepeilten Zielgruppe: Die Betrachter.

Der Weißabgleich stimmt meist nicht. Die Schärfe ist katastrophal. Der Bildausschnitt ist grottenschlecht. Wesentliche Bildelemente stehen an der falschen Stelle oder sind abgeschnitten. Die Schärfentiefe paßt nicht. Das Bild ist überfrachtet, weil ja alles mit drauf soll. Es sind zu viele Fotos, es sind zu viele gleiche oder ähnliche Fotos. Kurzum: Der Bildautor fotografiert nicht. Er knipst.

Das ist Touristen-Knipserei. Das ist keine Fotografie, die dem Ereignis gerecht wird.

 

Noch schlimmer ist das Urteil der unkritischen Betrachter. Die lobhudelnden Aussagen törichter, falscher Freunde in den sozialen Medien zu diesen unsäglich schlechten Fotos bestätigen den Knipser in seiner krassen Unzulänglichkeit. Und so macht er voller Inbrunst weiter diese grausamen Fotos.

Gelegentlich sprach ich solche Knipser an, warum sie sich nicht etwas mehr bemühen. Die kecke und entlarvende Antwort: Dazu habe man keine Zeit, den Betrachtern gefalle es doch auch so, man habe keine Lust zur Bildbearbeitung, so viele Fotos sortiere man nicht aus.

Das nenne ich Engagement!

 

Soviel zum Anspruch an gute Fotos.

 

 

Die Ausrüstung

 

Eine teuere Kamera macht keine guten Fotos.

Die Frau oder der Mann hinter der Kamera machen das gute oder das schlechte Foto.

Es muss keine Vollformat-Digitalkamera sein. Eine gute Bridge-Kamera schränkt zwar sehr ein, aber in Grenzen lassen sich damit hervorragende Fotos anfertigen.

Die digitale Kamera mit einem Sensor im DX- oder FX-Format sind das Mittel der Wahl.

Die Tendenz in der Sportfotografie geht heute eindeutig zur spiegellosen Kamera im Vollformat mit Wechselobjektiven. Welcher Hersteller es nun ist, ist zweitrangig, da alle verbliebenen Kamerabauer exzellente Kameras mit hervorragenden Objektiven liefern.

 

Wird fortgesetzt.  13.12.2019